Beschichtete Terrassenplatten sehen in der Regel länger gut aus als unbehandelte – zumindest solange die Beschichtung intakt ist. Das Problem entsteht, wenn man sie mit denselben Methoden reinigt wie gewöhnliche Betonplatten. Manche Reiniger, zu viel Druck oder die falsche Bürste greifen die Versiegelung an, ohne dass man es sofort sieht. Erst nach ein paar Wochen zeigen sich dann stumpfe Stellen, Flecken, die nicht mehr weggehen, oder eine Oberfläche, die Wasser nicht mehr so abperlen lässt wie früher.
Das lässt sich vermeiden – wenn man weiß, wie beschichtete Platten auf bestimmte Reinigungsmethoden reagieren.
Was eine Beschichtung eigentlich macht
Betonplatten werden beschichtet oder versiegelt, um die poröse Oberfläche zu schließen. Wasser, Schmutz und organische Beläge dringen dann schlechter ein, die Platte bleibt länger sauber und ist leichter zu pflegen. Es gibt verschiedene Arten von Beschichtungen – von dünnen Imprägnierungen, die kaum sichtbar sind, bis zu dickeren Versiegelungen, die der Oberfläche einen leichten Glanz geben.
Was alle Beschichtungen gemeinsam haben: Sie reagieren empfindlich auf Lösungsmittel, Säuren und mechanischen Abrieb. Wer mit einem sauren Reiniger oder einer Drahtbürste arbeitet, riskiert die Schutzschicht abzutragen – oft genau dort, wo man intensiver gearbeitet hat.
Welche Reinigungsmittel geeignet sind
Für beschichtete Platten gilt: pH-neutral ist die sicherste Wahl. Ein milder Allzweckreiniger oder spezieller Steinreiniger auf neutraler Basis greift weder die Beschichtung noch den darunterliegenden Beton an.
Was man vermeiden sollte:
Säurehaltige Reiniger – dazu zählt auch Essig. Auch wenn Essig auf normalen Betonplatten bereits problematisch ist, trifft das für beschichtete Oberflächen noch stärker zu. Säure kann die Versiegelung anlösen.
Lösungsmittelhaltige Produkte – Aceton, Spiritus oder ähnliche Mittel lösen viele Kunstharzbeschichtungen direkt auf.
Hochkonzentrierte Grundreiniger – auch alkalische Reiniger in zu hoher Konzentration greifen manche Beschichtungen an. Immer stark verdünnen und erst testen.
Natron und Schmierseife sind für beschichtete Platten ebenfalls eher ungeeignet – nicht weil sie stark schaden, sondern weil sie die Oberfläche mit der Zeit mattieren können.
Hochdruckreiniger auf beschichteten Platten
Ein Hochdruckreiniger ist grundsätzlich verwendbar, aber mit deutlich mehr Vorsicht als bei unbehandelten Platten. Zu hoher Druck oder eine Rotationsdüse kann die Beschichtung punktuell ablösen oder ausdünnen – was hinterher als ungleichmäßiger Glanz oder helle Stellen sichtbar wird.
Empfehlung: Unter 80 bar bleiben, Fächerdüse mit breitem Winkel (40°), Abstand mindestens 40 Zentimeter. Einen kurzen Testbereich wählen, prüfen, dann weiterarbeiten. Ein Flächenreiniger-Aufsatz ist hier besonders sinnvoll, weil er konstanten Abstand hält und den Druck gleichmäßig verteilt – damit entstehen keine lokalen Druckspitzen, die die Beschichtung gefährden.
Mechanische Reinigung – welche Bürsten passen
Harte Drahtbürsten sind tabu. Sie zerkratzen die Beschichtung, auch wenn man das beim Schrubben nicht direkt spürt. Für beschichtete Platten eignen sich weiche bis mittelsteife Kunststoffbürsten. Wer einen Flächenreiniger-Aufsatz zur Hand hat, spart sich das Schrubben meist ganz.
Bei hartnäckigen Flecken – etwa von Laub oder organischem Belag – hilft es, den Reiniger etwas länger einwirken zu lassen, statt mit mehr Kraft zu arbeiten. Das schont die Beschichtung und ist meistens genauso effektiv.
Beschichtete Platten auffrischen
Wenn die Beschichtung durch Reinigung oder Witterung sichtbar matter geworden ist, lässt sie sich in vielen Fällen auffrischen. Dazu muss die Platte zunächst gründlich gereinigt und vollständig getrocknet sein – das dauert je nach Wetter ein bis zwei Tage. Dann kann eine neue dünne Schicht des ursprünglichen oder kompatiblen Mittels aufgetragen werden.
Wichtig ist, das richtige Produkt für den jeweiligen Plattentyp zu verwenden. Ein Mittel, das für Naturstein gedacht ist, passt nicht zwingend auf Betonplatten mit Kunstharzbeschichtung. Im Zweifelsfall lohnt eine kurze Recherche nach dem Produkt, das ursprünglich verwendet wurde – oder eine Rückfrage beim Hersteller der Platten.
Wer nach der Reinigung grundsätzlich überlegt, ob und wie er seine Platten schützen soll, findet unter Terrassenplatten reinigen und versiegeln einen guten Einstieg in das Thema.