Wer eine Terrasse hat und einen Balkon, merkt beim Reinigen schnell: Das ist nicht dasselbe. Nicht wegen des Materials – Betonplatten sind Betonplatten – sondern wegen allem drum herum. Der Balkon ist enger, hat einen Ablauf irgendwo, grenzt an Wände, und das Schmutzwasser muss irgendwo hin. Meistens direkt nach unten, zum Nachbarn.
Genau das ist der Punkt, an dem viele mit dem Hochdruckreiniger aufgehört haben, bevor sie richtig angefangen haben.
Der Abfluss – und was er verträgt
Balkone haben in der Regel einen oder zwei Abflüsse, die das Regenwasser ableiten. Diese Abflüsse sind für Regenwasser ausgelegt, nicht für konzentriertes Reinigungsmittel oder große Mengen Schmutzwasser auf einmal.
Das bedeutet praktisch: Reinigungsmittel sparsam einsetzen und gut verdünnen. Mittel, die sich nicht biologisch abbauen, gehören nicht in den Balkonablauf – das gilt rechtlich in vielen Gemeinden, wird aber selten beachtet. Normale Haushaltsreiniger in stark verdünnter Form sind in der Regel unproblematisch, konzentrierte Industriereiniger nicht.
Wer den Abfluss vor der Reinigung kurz freilegt und prüft, ob er überhaupt frei ist, spart sich später Probleme. Ein verstopfter Abfluss bei laufendem Reinigungsvorgang endet mit stehendem Wasser auf dem Balkon – und das läuft irgendwann über die Brüstung.
Hochdruckreiniger auf dem Balkon – geht das überhaupt?
Die kurze Antwort: Ja, aber mit deutlich mehr Einschränkungen als auf der Terrasse.
Das Hauptproblem ist nicht der Druck selbst, sondern das Spritzwasser. Ein Hochdruckreiniger auf einem Balkon schleudert Dreck und Wasser in alle Richtungen – gegen die Hauswand, gegen die Fensterscheiben, und im schlimmsten Fall auf den Balkon darunter. Wer das nicht bedacht hat, steht hinterher vor einer sauberen Bodenfläche und verschmutzten Wänden.
Wenn man den Hochdruckreiniger trotzdem verwenden will: Druck niedrig halten (80 bar oder weniger), einen Flächenreiniger-Aufsatz verwenden, der das Spritzwasser nach unten kapselt, und in Richtung Abfluss arbeiten. Wände und Brüstung vorher abdecken oder direkt im Anschluss abwischen.
Viele entscheiden sich auf dem Balkon aber bewusst gegen den Hochdruckreiniger – nicht weil er zu stark wäre, sondern weil er auf einer kleinen Fläche schlicht unpraktisch ist. Eimer, Bürste und Schlauch reichen auf 6 oder 8 Quadratmetern oft genauso gut.
Reinigen ohne Hochdruckreiniger – der Standardweg auf dem Balkon
Für die meisten Balkone ist das die sinnvollere Methode. Boden vorfegen, Reinigungsmittel verdünnt auftragen, mit einer harten Bürste einarbeiten, mit dem Schlauch oder einem Eimer Wasser abspülen. Das Wasser in Richtung Abfluss lenken, nicht gegen die Wände.
Wer keinen Außenwasseranschluss auf dem Balkon hat, arbeitet mit Eimern – das ist lästig, aber kein unüberwindbares Hindernis. Zwei bis drei Eimer reichen für eine durchschnittliche Balkonfläche, wenn man das Wasser gezielt einsetzt und nicht großzügig fluten will.
Für hartnäckige Beläge oder Moos hilft ein kurzes Einweichen mit verdünntem Natron oder einem biologisch abbaubaren Steinreiniger. Einwirken lassen, abbürsten, spülen – das funktioniert auf dem Balkon genauso wie auf der Terrasse, nur dass man auf einem Balkon jeden Schritt etwas kontrollierter angehen sollte.
Wände und Brüstung nicht vergessen
Auf einer Terrasse reinigt man die Fläche und ist fertig. Auf dem Balkon grenzt die Fläche direkt an Wände und Brüstungen – und die nehmen den Schmutz beim Reinigen mit auf. Spritzwasser, aufgewirbelter Dreck, Reinigungsmittelreste.
Ein vernünftiger Ablauf: erst die Bodenfläche reinigen, dann die unteren Wandbereiche und die Brüstungsinnenseite nachwischen. Dafür reicht ein feuchter Lappen oder Schwamm – kein aufwendiges Prozedere, aber spart den zweiten Durchgang.
Das Nachbar-Thema
Es ist das unausgesprochene Problem bei jeder Balkonreinigung: Was passiert mit dem Wasser, das über die Kante läuft?
Rechtlich gilt in den meisten Fällen, dass Schmutzwasser nicht auf benachbarte Balkone oder den öffentlichen Gehweg laufen darf. In der Praxis lässt sich das bei einer nassen Reinigung nie vollständig verhindern – aber man kann es minimieren. Wenig Wasser verwenden, gezielt in Richtung Ablauf arbeiten, nicht bei Wind reinigen.
Wer an einem sonnigen Morgen anfängt, wenn der Nachbar wahrscheinlich nicht auf dem Balkon darunter sitzt, löst zumindest das soziale Problem. Den Rest regelt ein kurzes Gespräch im Vorfeld, wenn das Verhältnis gut ist.
Moos und Belag auf dem Balkon
Balkone sind oft schattiger als Terrassen und haben durch die Wände weniger Luftzirkulation. Moos und Algenbelag entstehen deshalb manchmal schneller und hartnäckiger als man erwartet.
Die Reinigung selbst unterscheidet sich kaum von der Terrasse – einweichen, bürsten, spülen. Der Unterschied liegt in der Vorbeugung. Wer nach der Reinigung sicherstellt, dass der Balkon gut abtrocknen kann und kein stehendes Wasser bleibt, verzögert den nächsten Befall spürbar. Bei dauerhaft schattigen Balkonen kann ein leichtes Gefälle Richtung Ablauf helfen – das ist beim Verlegen steuerbar, nachträglich aber kaum zu ändern.
Wer Moos grundsätzlicher angehen will, findet unter Moos und Flechten von Betonplatten entfernen mehr zum Thema – die Methoden gelten auf dem Balkon genauso.